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Burn-out-Syndrom

Erschöpft, müde, ausgebrannt – habe ich zu viel Stress oder schon ein Burn-out? Unser kleiner Test liefert Ihnen erste Hinweise. Dazu: Informationen zu Ursachen des Ausgebranntseins und Therapiemöglichkeiten bei totaler Erschöpfung


Die innere Flamme erloschen, ausgebrannt – so beschreiben Burnout-Patienten oft ihren Seelenzustand

Was ist ein Burn-out-Syndrom?

Fußballtrainer Ralf Rangnick, Skispringer Sven Hannawald, Fernsehkoch Tim Mälzer – sie alle haben eines gemeinsam: Sie erlebten eine Phase der totalen Erschöpfung, mussten pausieren und wurden in den Medien als prominente Burn-Out-Betroffene bekannt. Das Gefühl ausgebrannt zu sein haben aber nicht nur Prominente.

Der Begriff "burn out" kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt "ausbrennen". Ausgebrannt, überfordert, total erschöpft – so fühlte sich der Psychotherapeut Herbert Freudenberger im New York der 70er Jahre, nachdem er lange Zeit über seine Kräfte gearbeitet hatte. Bis zu einem Punkt, an dem plötzlich nichts mehr ging. Freudenberger schrieb über seine Erfahrung, über sein Ausgebranntsein, und prägte auf diese Weise den Begriff.


Was genau ist Burn-out? Die Antwort auf diese Frage spaltet die Fachwelt. Burn-out beschreibt einen chronischen körperlichen und emotionalen Erschöpfungszustand, so viel steht fest. (Mehr im Kapitel Burn-out-Symptome). Doch das Ausgebranntsein gilt offiziell nicht als eigenständige Krankheit. Und vermutlich dürfte Burn-out auch in naher Zukunft keine eindeutige medizinische Diagnose werden, glauben Fachleute. Denn es ist nicht mit umschriebenen, klar definierbaren Krankheitszeichen verbunden.

Experten merken auch an, dass das Ausgebranntsein eine große Nähe zur Depression aufweist. Die Symptome überschneiden sich großenteils mit typischen Beschwerden der depressiven Erkrankung – zum Beispiel Antriebslosigkeit, Mutlosigkeit, Müdigkeit, das Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit. Vielleicht, so die Überlegung, gibt es gar keine scharfe Trennlinie zwischen diesen beiden Leiden.

Ist Burn-out eine "Manager-Krankheit"?

Dass viele Menschen gegen Burn-out-Symptome kämpfen, ist nicht wegzudiskutieren. Die Betroffenen fühlen sich chronisch überlastet – oft durch Stress und Frust im Beruf. Aber das Erschöpfungssyndrom ist nicht zwangsläufig mit den Arbeitsbedingungen verknüpft.

Ursprünglich galt Burnout als eine spezifische Problematik von helfenden Berufen. Ausbrennen konnten demnach zum Beispiel nur Krankenschwestern oder Lehrer, die sich im Bemühen um das Wohl ihrer Mitmenschen verausgaben. In den vergangenen Jahren wurde Burn-out dann eher als eine Art "Manager-Krankheit" wahrgenommen, die vor allem unter Dauerstress-stehende Leistungsträger betreffen soll. Zwischenzeitlich wurde jedoch deutlich, dass unter anderem auch Rentner und Arbeitslose unter praktisch den gleichen Symptomen leiden können. Nicht nur beruflicher Stress, auch privater Konfliktstoff spielt unter Umständen eine Rolle, nicht zuletzt auch die eigene Persönlichkeit. (Mehr Iformationen im Kapitel Ursachen von Burnout).

Wieso ist das Leben aus der Balance geraten? Diese Frage muss individuell geklärt werden – je nach Schwere der Symptome mit Hilfe von Psychologen oder Psychiatern. Psychotherapie und Medikamente sind möglicher Bestandteil der Therapie. Auch Änderungen im Alltag können helfen. Mit Stressbewältigung, Zeitmanagement, Entspannungstechniken und der grundlegenden Klärung eigener Standpunkte und Ziele ist oft schon viel zu erreichen. (Mehr im Kapitel Therapie bei Burnout).

Bin ich Burnout-gefährdet?

Erste Anhaltspunkte erhalten Sie im Kapitel "Test: Bin ich ausgebrannt?". Lesen Sie die Aussagen durch und überlegen sie, was auf Sie zutrifft. Wichtig! Dieser kleine Test ersetzt keine ärztliche Diagnose. Er kann lediglich einen Hinweis darauf geben, dass bei Ihnen vielleicht zur Zeit etwas nicht ganz stimmt, dass Sie unter einer hohen Belastung stehen und sich tendenziell zusätzlich unter Druck setzen. Ihre tatsächliche Lebenssituation kann nur ein Fachmann im Rahmen von Gesprächen und Untersuchungen wirklich feststellen. Und auch nur er weiß, was zu tun ist. Der Fragenkatalog wurde von Professor Andreas Hillert zusammengestellt und kann Ihnen einen ersten Überblick geben.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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www.apotheken-umschau.de; 08.04.2010, aktualisiert am 18.10.2011
Bildnachweis: Panthermedia/Hans Joachim Bechheim

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